Die Skepsis

Kopie des Blogeintrags „Die 15 Gebote der Hartz-IV-Empfänger“ vom 22.05.2014 – 17:48:31

von susizintl

(Anmerkung: Zu dieser Anmahnung schreibt Fr. Hannemann an blog.de, dass der unter Punkt 9  geschriebene „Begriff“ „Hartz IV Rebellen“ ein nach dem Markenschutz § 4 geschützter Begriff oder deren ähnlichen Ausführungen sei.)

 

Hier Punkt 9:

 

9. Laufe den Hartz-IV-Rebellen aus den Jobcentern hinterher. Sie werden Hartz IV für dich abschaffen! Denn sie allein wissen, wie sich deine Armut anfühlt. Du weißt es nicht. Sie wissen, dass das unbequeme Gefühl vor einem Jobcenter-Termin nicht normal ist, sondern eine psychische Krankheit. Lehne dich also krank, wie du bist, zurück in deiner Hängematte, jammere weiter und glaube diesen Jobcenter-Göttern, dass sie alles ändern werden – Ändern werden sie das zusammen mit ihren Kollegen, die ja nicht wissen, was sie tun und von daher niemals Schuld an deinem Hunger, deinem Frieren, deiner Obdachlosigkeit, deiner Traurigkeit (die ganz normal ist!) sind.

 

Zu „geschützter Begriff“ und „Markenrecht“ schreibt Fr. Hannemann im Februar 2014 in der taz:

Mit gefällt es gar nicht, als Heldin bezeichnet zu werden. So sehe ich mich überhaupt nicht, auch nicht als Rebellin

 

Da der gesamte Blogeintrag angemahnt wurde, kopiere ich diesen zur Sicherstellung hier herein:

 

Eine humorvolle zynisch provokante Abrechnung mit der Gesellschaft

Die 15 Gebote der Hartz-IV-Empfänger

Ein Leitfaden für Betroffene

1. Nur du bist der Gute unter den Hartz-IV-Empfängern. Alle anderen sind dumm, faul, schmutzig und stinken übelst aus dem Mund und der Nase. Nur du bist wunderschön und mit einer unermesslichen Intelligenz ausgestattet.

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2. Sieh dir jeden Tag Sendungen im TV an, in denen Hartz-IV-Empfänger die Hauptrollen spielen. Du findest diese hauptsächlich bei den privaten TV-Sendern. Dadurch kannst du jeden Tag über die Sozialschmarotzer schimpfen, die so dumm sind, sich im Fernsehen zu zeigen und damit das Klischee bedienen, in dem du dich nicht befindest.

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3. Lies die BILD, lies die Springer-Presse! Die Überschriften genügen vollkommen. Dadurch hast du die Möglichkeit, einmal am Tag so richtig wütend auf die faulen Arbeitslosen zu werden. In deiner Wut wirst du vollkommen vergessen, dass es schon lange nicht mehr genug Arbeit für alle gibt und nicht bemerken, dass Springer nur Hetze betreibt.

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4. Sei neidisch auf alle, denen du im Jobcenter begegnest. Es ist ganz klar, dass ihr Regelsatz höher ist als deiner.

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5. Wähle die Parteien, die Hartz IV gemacht haben und die, die Hartz IV nie abschaffen werden. Wähle also so, wie du es bisher getan hast. Wähle am besten die Parteien am ganz rechten Rand. Denn diese verkörpern den Faschismus von Hartz IV am besten.
Glaube den Parteien, die von „Wachstum“ und „Stabilität“ sprechen. Die Wirtschaft soll wachsen und du bist ein Teil dieser Wirtschaft. Du bist der Müll-Teil, aus dem die Unternehmen die letzten Ressourcen herauspressen, bevor man ihn ins Müll-Nirwana wirft. Und du bist der Stabilitäts-Faktor für die Politiker, die trotz ihres verschrobenen Demokratie-Verständnisses immer wieder gewählt werden. Mach weiter so!

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6. Denunziere jeden! Du siehst jemanden, den du aus dem Jobcenter kennst, beim Kauf einer Kaffeemaschine, einer Blumenvase? Melde ihn umgehend bei deinem Fallmanager. Das bringt dir Sympathiepunkte ein und du bekommst ein Abziehbildchen. Bei zehn Abziehbildchen gibt es ein vollgesabbertes Pixi-Büchlein frisch aus dem Mund des Sohnes deines Fallmanagers, das man zwar nicht mehr lesen kann, aber für dich taugt das. Erhöhen kannst du deine versiffte Sammlung durch Blind-Denunziantentum. Denke dir Geschichten aus über Hartz-IV-Empfänger aus deiner Umgebung und verkaufe sie deinem Fallmanager als Wahrheit. Er wird dir freudig erregt alles glauben und deine Sammlung wächst und wächst.

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7. Ducke dich. Mach dich ganz klein. Die besten Möglichkeiten dazu hast du bei den Tafeln und in anderen gönnerhaften z.B. kirchlichen Einrichtungen. Nimm all die Gaben, die man dir dort gibt, in tiefer, dankbarer und leidender Haltung an. Vergiss nicht, deine Kinder mitzunehmen und ihnen zu zeigen, wie Würdelosigkeit am lebenden Beispiel aussieht. Sei deinen Kindern ein Vorbild!
Indem du Sachen wie abgelaufenes Essen und abgetragene Kleidung bekommst, tust du nicht nur dir etwas Gutes, nein, du hilfst damit auch deinen Gebern, denn so schaffen sie sich durch dich ein reines Gewissen und ein höheres Ansehen innerhalb ihrer Gesellschaft. Außerdem hilfst du dabei den notleidenden Supermarkt-Bossen beim Steuern sparen, beim Lohn-Dumping und beim Müll-Entsorgen.

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8. Glaube deinem Fallmanager alles aber glaube nie den Tipps, die du in Foren bekommst, in denen du einen Rat bzgl Hartz IV suchst. Wende diese Tipps niemals an. Nur wenn du sie nicht anwendest, bleibt alles so, wie es ist. Sehr wichtig ist es auch, dass du dir niemals über Beiträge anderer in den Foren Gedanken machst. Niemandem kann es so ergehen, wie dir. Nur dir geht es schlecht und nur du bist wichtig. Es darf niemals passieren, dass du ein Gefühl des Zusammenhalts bekommst, ein Gefühl der Solidarität. Denn das könnte dazu führen, dass du dich mit Leuten zusammenschließt, um Hartz IV abzuschaffen.

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9. Laufe den Hartz-IV-Rebellen aus den Jobcentern hinterher. Sie werden Hartz IV für dich abschaffen! Denn sie allein wissen, wie sich deine Armut anfühlt. Du weißt es nicht. Sie wissen, dass das unbequeme Gefühl vor einem Jobcenter-Termin nicht normal ist, sondern eine psychische Krankheit. Lehne dich also krank, wie du bist, zurück in deiner Hängematte, jammere weiter und glaube diesen Jobcenter-Göttern, dass sie alles ändern werden – Ändern werden sie das zusammen mit ihren Kollegen, die ja nicht wissen, was sie tun und von daher niemals Schuld an deinem Hunger, deinem Frieren, deiner Obdachlosigkeit, deiner Traurigkeit (die ganz normal ist!) sind.

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10. Unterschreibe jede Eingliederungsvereinbarung – Unbesehen! Damit gibst du den Jobcenter-Mitarbeitern die Möglichkeit, deine Familie und dich noch weiter unter das Existenzminimum zu drücken, euch verrecken zu lassen.
Lass es zu, dass sie an dir das einsparen, was sie sich am Jahresende untereinander an Erfolgsprämie verteilen. So unterstützt du sie darin, ihren duckmäuserischen Folterjob noch geiler zu finden.

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11. Wehre dich nicht gegen Sanktionen. Lass dich bis auf Null sanktionieren. Du bist es nicht wert, eine Wohnung zu haben, zu essen, zu trinken, Strom oder gar Heizung zu nutzen, geschweige denn, zu leben. Genauso wenig wie die, mit denen du zusammen lebst. Wenn du sanktioniert wirst, ist das grundsätzlich und immer nur deine Schuld!

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12. Nimm freudig an jeder Maßnahme teil, in die du gezwungen wirst. Du lernst sicherlich Wichtiges für dein berufliches Fortkommen und dein Leben hat wieder einen Sinn. Es ist total egal, ob du all das, was man dir dort vermitteln will, schon weißt oder gar brauchst und anwenden kannst. Durch deine kritiklose Teilnahme bist du raus aus der seit Anfang an verlogenen Statistik der Bundesagentur für Arbeit und du bist drin in einem Verwaltungssystem, dass es durch seine Konstruktion ermöglicht, Sozialunternehmen mit den hirnrissigsten Geschäftsideen zu gründen und, vor allem, sich daran dumm und dämlich zu verdienen – Zum Verkauf an die aufgehaltenen Hände und offenen Ohren der Jobcenter-Mitarbeiter, die in bemerkenswert aufopfernder Art und Weise ihren Job für sich erledigen.

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13. Sozial ist, was Arbeit schafft und wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.
Nimm deshalb jeden Job an, in den dich dein Sachbearbeiter zwingt. Es ist nicht wichtig, ob dir der Job gefällt, ob deine Rückenschmerzen es zulassen, dass du den Job erledigen kannst. Es ist auch nicht wichtig, ob du für das Praktikum am Fließband einer Altpapiertrennungsanlage überhaupt Geld bekommst oder ob du für einen Euro in der Stunde Hundescheiße unter den Schweißfüßen des Bürgermeisters deiner Stadt wegkratzt. Durch deine Ausdauer wirst du dich hocharbeiten in die besser bezahlten Jobs der Leih-/Zeitarbeitsfirmen. Nach wenigen Jahrzehnten, wenn dann dein Sklavenvermittlungsdienstchef durch deine Arbeit fünf Eigentumswohnungen, drei Pferde und zwei Ehemänner für seine hässliche Tochter erworben hat, bekommst du einen Job für 8,50 die Stunde und deine Rente ist gesichert. Oder reichen dir etwa 350 Euro nicht zum Leben?
Wenn dir die 350 Euro nicht reichen, dann ist das auch egal, denn der Schleimspurweg deines Lebens ist rutschig genug für einen beschleunigten Abgang aus dem Selbigen.
Glückwunsch!

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14. Hetze ständig gegen Minderheiten. Ausländer wollen dir nur die Arbeit wegnehmen, Sag das! Schwule sind immer gut zum Anspucken. Sag das! Behinderte sind einfach eklig. Sag das! Sag das aber immer hinter vorgehaltener Hand zu einem Arschloch, so wie du eines bist. Diese Hetze ist immens wichtig für dein Selbstwertgefühl.

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15. Streiche das Wort „Würde“ aus deinem Wortschatz. Würde gibt es nicht für Leute wie dich. Was sollst du auch damit anfangen. Du liegst eh schon auf dem Boden und stehst sowieso nie mehr auf.

Mauer

(Alle auf dieser Seite verwendeten Texte, Fotos und grafischen Gestaltungen sind urheberrechtlich geschützt. Sollten Sie Teile hiervon verwenden wollen, wenden Sie sich bitte an den Blogbetreiber.)

(Original-Blogeintrag: Hier)

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