Kopie des Blogeintrags „Inge Hannemann, ihr Job, ihre Kollegen, ihr Tun „gegen“ Hartz IV“ vom 24.08.2013 – 17:05:31

von susizintl

Auch der folgende Blogeintrag wurde von Fr. Hannemann angemahnt. Zur Sicherstellung wird er hierhin kopiert.

Inge Hannemann, ihr Job, ihre Kollegen, ihr Tun „gegen“ Hartz IV

 

«Ich mag den Job und ich bin immer noch der Meinung, dass ich wirklich das System von innen heraus reformieren kann» so schreibt Inge Hannemann in diesem Artikel in der Sächsischen Zeitung am Freitag, 23.08.2013

Eine sogenannte Kämpferin, Rebellin, ja selbsternannte Whistleblowerin ohne Whistles, Sanktionierte ohne Sanktionen, sondern mit vollem Gehalt, im Wohlstand lebende Hartz IV-Nicht-Kennerin, da niemals hautnah erlebt und gespürt, eine Jobcenter-Mitarbeiterin nimmt an, ein System, das gar nicht existieren darf, von Innen heraus ändern zu können. Wie das funktionieren soll sagt sie nicht. Das ihr Vorhaben nicht funktionieren kann, sagt sie auch nicht. Ohne Sanktionen funktioniert Hartz IV nicht. Das ist eine unabwendbare Tatsache. Jeder, der sich darüber Gedanken macht, der kommt zu diesem Ergebnis.
Das man einen Job, in dem es nur um Druck auf Menschen geht, mögen kann ist unverständlich.

Vielleicht erklärt diese Aussage aus dem Artikel ihren Auffassung gegenüber ihrem Job:
„Sie begriff ihren Beruf auch als Sozialarbeit. Nach eigenen Angaben machte sie mit den Jugendlichen eine Analyse ihrer Stärken und Schwächen und half ihnen, ihre „Stolpersteine“ auf dem Weg ins Arbeitsleben zu beseitigen. „

Welches Arbeitsleben? Leiharbeit, Sklavenarbeit, Praktika, unbezahlt natürlich….
Welche Stolpersteine sind hier gemeint? Was wird hier unterschwellig behauptet?

Und sie fordert ihre Kollegen auf ihrer Seite bei Facebook auch auf, Empfehlungsschreiben für die Jugendlichen zu schreiben. Empfehlungsschreiben von einem Jobcenter. Eine größere Stigmatisierung, und das gleich zu Anfang eines Berufslebens, gibt es fast nicht.
Sie bittet ihre Kollegen um Hilfe für Jugendliche bei Bewerbungsschreiben. Hilfe von Jemandem, der es nicht geschafft hat, einen „anständigen“ Job zu finden, sondern einen Job, der von Menschenverachtung, gewollter Menschenverachtung lebt.

Weiter schreibt Fr. Hannemann in der SZ: Sollte sie verlieren, ist für sie klar: „Dann klage ich weiter bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.“

Gegen welches Menschenrecht würde ihre Entlassung verstoßen? Der EGfMR würde wohl kaum diesbezüglich etwas feststellen können.

Bei diesem angekündigten Gang vor den EGfMR geht es nicht darum, dass die Hartz-IV-Gesetzgebung gegen die Menschenrechte verstößt, falls dies noch nicht aufgefallen ist. Sicherlich sollte ihrer Gefolgschaft das auch nicht unbeabsichtigt suggeriert werden.
Es geht allein darum, dass Fr. Hannemann wieder in einen Gegen-die-Menschenrechte-verstoßenden-Job zurück will. Es geht ihr anscheinend allein um ihre Person. Und noch mehr. Es geht darum, dass Hartz IV erhalten bleibt. Gäbe es keine Jobcenter-Mitarbeiter, so gäbe es auch keine Jobcenter und dieses Unrechtssystem könnte nicht von diesen vollstreckt/ausgeführt werden.

Dazu auf ihrer Seite diese/ihre Aussage von heute, 24.08.2013:
„Auch wenn es meine Gegner nicht gerne lesen, solange es dass System Hartz IV gibt, sind immer beide Seiten des Schreibtisches betroffen. Und solange die Mitarbeiter bewusst nicht entsprechend geschult werden, kann nur Krux herauskommen!“

Selbst wenn die Mitarbeiter in den Jobcentern bewusst und entsprechend geschult werden würden, so sagt Frau Hannemann nicht im Detail, wie diese bewussten und entsprechenden Schulungen aussehen werden oder würden.

Hartz-IV bleibt was es ist, ein repressives, verfassungsfeindliches System, indem die Menschen mit Sanktionen unterdrückt und gegeißelt werden.
Das macht das SGB II möglich, bzw. es schreibt es den Jobcentermitarbeitern sogar zwingend vor.

Mit bewussten und entsprechenden Schulungen in diesem Zusammenhang meint Frau Hannemann hoffentlich nicht, dass Jobcentermitarbeiter noch mehr in die Materie, in „Wie strafe ich am besten und am effizientesten“ hineingebracht werden.

Ergo wird Hartz IV nicht durch Fr. Hannemann abgeschafft werden.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das war einmal, bevor es Jobcenter gab.

… und eine Inge Hannemann wird euch eure Würde nicht zurück geben.

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